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Skoliose

Auf dieser Seite erhalten Sie die wichtigsten Infos zu der Diagnose Skoliose.

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SIE HABEN ODER KENNEN JEMANDEN MIT Skoliose?

Wir fassen auf dieser Seite alle wichtigsten Infos zusammen. 

3300 Worte | 28 Minuten Lesezeit

Lieber Kunde, Patient und/oder (Fach)Arzt,

Mit dieser Seite möchten wir ihnen einen Einblick in das Thema Skoliose gewähren, auf dessen Problematik verweisen, unser entsprechendes Vorgehen schildern und unsere Behandlungsmethode erläutern. Hierfür beziehen wir uns ausschließlich auf wissenschaftliche Studien und unsere jahrelange Erfahrung in der Praxis. Wir möchten Ihnen die Möglichkeit geben, sich bereits im Vorhinein besser über die Thematik zu informieren um offene Fragen oder mögliche Unsicherheiten klären zu können, um so zu verstehen, was eigentlich hinter dieser Diagnose steckt.

Skoliose ist eine dreidimensionale Verformung der Wirbelsäule(6,7), die oft in Form einer “S” und/oder “C” Krümmung und/oder Rotationen der einzelnen Wirbel, auftritt. Die Diagnose einer Skoliose wird gestellt, wenn die Krümmung der Wirbelsäule mehr als 10° beträgt. Diese Verkrümmung kann in verschiedenen Teilen, innerhalb der gesamten Wirbelsäule, auftreten.  Skoliose ist eine Erkrankung, die insbesondere bei Jugendlichen auftritt, und wird oft, trotz fehlender Wissenschaftlicher Zusammenhänge, als mögliche Ursache für Rückenschmerzen betrachtet.1 Durchgeführte Studien zeigten, dass etwa ¼ der Bevölkerung ohne (körperliche) Beschwerden die Kriterien für eine Skoliose erfüllt.17

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Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie mit einer Skoliose umgehen sollten.  Ist deshalb mein Alltag bis an mein Lebensende eingeschränkt und kann ich damit überhaupt wieder Sport treiben ? Die Antworten dazu und mehr erfahren sie hier.

UNSERE ERFAHRUNG

Gerne teilen wir unsere Erfahrung zum Thema „Skoliose“ mit ihnen und stellen ihnen infolgedessen Lilly Pauls vor. Lilly hatte vor 2 Jahren Rückenschmerzen. Nach mehreren Arztbesuchen folgte die Diagnose Skoliose. Sie konnte ihre Hobbys nicht mehr ausführen und wurde ständig von Rücken- und Kopfschmerzen geplagt. Durch ein regelmäßiges gezieltes Training konnten ihre Beschwerden bis zur Schmerzfreiheit gelindert werden. Auch die Krümmung verbesserte sich, sodass von dem vorher angekündigten Korsett keine rede mehr war. Weitere Infos erhalten sie, indem sie auf das folgende Bild klicken.

WIE ENTSTEHT DIE PROBLEMATIK?

Im Großteil der Fälle ist die Ursache einer Skoliose unbekannt, weshalb häufig von einer “idiopathischen Skoliose” gesprochen wird.102 In den weitaus selteneren Fällen sind schwerwiegendere Erkrankungen, wie beispielsweise Spina Bifida, Osteoporose oder eine Zerebralparese, der Grund für die mögliche Entwicklung einer Skoliose. Generell wird vermutet, dass die Skoliose aus einer Kombination von sechs verschiedenen Mechanismen entstehen kann. Zu diesen Mechanismen zählen (1) Biomechanik, (2) Zentrale Nervensystem, (3) Skelettwachstum der Wirbelsäule und der Knochenstoffwechsel, (4) Stoffwechselwege, (5) Genetik, (6) andere.25,26,27  

Aktuell wird vermutet, dass es sich bei der Skoliose um eine multifaktorielle Erkrankung mit genetisch vorbelasteten Faktoren handelt!!! 

DAS PROBLEM UNSERER GESELLSCHAFT

Dass unsere Gesellschaft immer ungesünder lebt, muss mittlerweile nicht mehr diskutiert werden. Wo man vor 100 Jahren noch 20 Kilometer am Tag gelaufen ist, läuft der Mensch heutzutage im Durchschnitt nur noch 800 Meter am Tag. Dies hat sich während des Lockdowns noch einmal reduziert auf nur noch 200 Meter täglich. Ernährungstechnisch ist die Lage ähnlich: Dort, wo in Deutschland vor 160 Jahren im Durchschnitt 2120 Kalorien täglich konsumiert wurde, liegen wir heutzutage bei 3.539 Kalorien pro Tag. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, wir haben die Energiezufuhr um 166%  gesteigert obwohl wir uns zu 96% weniger bewegen. Die chronische Unterbelastung und Bewegungsmangel in Kombination mit unserer generell ungesunden Lebensstil beeinflusst viele der Symptome die bei einer Skoliose auftreten können. Unter Mythen erfahren sie hierzu mehr.

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SYMPTOME

Außer der sichtbaren Wirbelsäulenverkrümmung gaben ca. 23% der Betroffenen Rückenschmerzen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung an.1,46 Allerdings konnte kein Zusammenhang zwischen einer stärkeren Wirbelsäulenkrümmung und Rückenschmerzen festgestellt werden. Mehr dazu erfahren sie unter den Mythen.1,18,19,20,21 Bei besonders schweren Fällen der Wirbelsäulenverkrümmung klagen Patienten zusätzlich über Atembeschwerden, Herzkreislaufbeschwerden und Einschränkungen der Lungenfunktion.53 

Prognose

Die Prognose der symptomatischen Skoliose ist unterschiedlich und schwer vorhersagbar. Bei Patienten mit einem milderen Verlauf kommt es in der Regel bei 10-15% der Fälle zu einer Verschlechterung. Je stärker die Ausprägung der Skoliose ist, desto wahrscheinlicher wird aber auch eine Verschlechterung im Laufe der Zeit.  Weitere Risikofaktoren für eine Verschlechterung sind ein junges Lebensalter, und eine Krümmung im Brustwirbelsäulenbereich.89,90,92,93Schwere Körperliche Folgen, wie Atembeschwerden oder Herzkreislaufprobleme treten allerdings auch hier in der Regel erst ab ca. 100° Krümmung auf.  

MYTHEN

Mit einer Skoliose darf ich kein Krafttraining machen  

Damals (und oftmals auch heute) wurde Jugendlichen mit einer Skoliose, von sportlicher bzw. schwerer körperlicher Aktivität abgeraten.29,30,31,32 Viele neuere Übersichtsarbeiten und Leitlinien empfehlen aber die Teilnahme an jeglichen Sportarten. Dazu zählen Sportarten wie Krafttraining aber auch asymmetrischer Sport wie z.B. Tennis. Die Empfehlung zu der Teilnahme an körperlicher Aktivität liegt an den positiven psychologischen, neuromotorischen und organischen Wirkungen. Diese Empfehlungen gelten nicht nur für diagnostizierte Skoliose Patienten, sondern auch für Personen die derzeitig eine Korsettversorgung erhalten. Fun Fact: Lamar Gant, der erste Mensch der das 5- fache seines Körpergewichts Kreuzheben konnte, hatte eine Skoliose Diagnose mit 14 Jahren und auch Heather Connor, eine 2-malige Weltmeisterin im Powerlifting, hat eine diagnostizierte Skoliose. Ein weiteres berühmtes Beispiel für an Skoliose erkrankte Spitzensportler ist der mehrfache Olympiasieger Usain Bolt.9,32,33,44,50 

Mit einer Skoliose hat man immer Rückenschmerzen 

Bis heute gibt es keinen bestätigten Zusammenhang zwischen einer Skoliose und dem Vorliegen von Rückenschmerzen. Es besteht zwar eine bis zu 3 bis 5 fache höhere Wahrscheinlichkeit für Skoliosepatienten irgendwann in ihrem Leben Rückenschmerzen zu entwickeln, dies bedeutet allerdings nicht, dass jeder automatisch an Rückenschmerzen erkrankt! Von allen diagnostizierten Skoliose-Fällen sind dies nur etwa 32%, wovon 23% schon vor der Diagnose Schmerzen angegeben haben. Zusätzlich sind die angegebenen empfundenen Schmerzen von Patienten mit und ohne Skoliosediagnose identisch. Das lässt darauf schließen, dass Skoliose zwar eine Rolle in der Schmerzentwicklung spielen kann, aber nicht allein als Ursache für Schmerzen ausreicht. Dafür spricht auch die Tatsache, dass kein Zusammenhang zwischen der schwere bzw. der Ausprägung einer Skoliose und der Intensität von Rückenschmerzen hergestellt werden kann.19,20,21,22,46,47,48,49,98,94,101,15 

Die Diagnosestellung für Skoliose ist genau 

Die Diagnosestellung bei einer Skoliose ist nicht so genau, wie man vielleicht denkt! Bei der radiologischen Betrachtung der Röntgenbilder kommt es im Durchschnitt zu Abweichungen von ca. 5°, was bei einer bestätigen Skoliosediagnose (ab 10°) viel Abweichung ist!9,103 Kleinigkeiten, wie beispielsweise eine andere Positionierung des Röntgengeräts oder der Körperposition, können zu zusätzlichen Messungenauigkeiten führen.103 Aber auch Faktoren, wie die Tageszeit, können das Ergebnis mit bis zu 20° beeinflussen100 So ist der Krümmungswinkel abends meist größer als vormittags. Wenn also die erste Vermessung morgens stattfindet und die zweite abends, ist es möglich, dass ein verschlechterter Krümmungswinkel mit bis zu 25° auftritt, ohne dass strukturell eine Verschlechterung stattgefunden hat. 

Es sollte ausschließlich nach Schroth behandelt werden  

Die Therapie nach Schroth ist eine Möglichkeit der spezifischen Bewegungstherapie bei Skoliose. Allerdings ist auch hier die wissenschaftliche Evidenz für eine relevante Verbesserung des Cobb-Winkels durch Übungsprogramme jenseits des Messfehlers (>5°)42,43 schwach bzw. kaum vorhanden.37,38,39,40,41(mehr dazu bei Behandlung). Damit ist dieses Therapiekonzept genauso effektiv wie viele andere Skoliose spezifischen Bewegungstherapien. Hiermit lassen sich allerdings ärztliche Behandlungsempfehlungen, wie “das geht nur nach Schroth” nicht rechtfertigen, weil sich jede wissenschaftliche Empfehlung allgemein auf Bewegungstherapien bezieht und nicht eine spezifische Methode bevorzugt. 

Nur Dehnung hilft  

Ein Training der Flexibilität ist auch bei der Behandlung einer Skoliose sinnvoll. Allerdings kann dieser bewegungserweiternde Effekt besser durch ein Krafttraining im vollen Bewegungsausmaß erreicht werden. Beim Dehnen verlängert sich nämlich nicht das Gewebe, wie man es sich denken oder vorstellen würde, es findet eher eine neurologische Anpassung für die Toleranz von Schmerzen statt. Man kann sich also nicht besser Bewegen, weil das Gewebe länger geworden ist, sondern weil kurzzeitig erlernt wurde, den Schmerz besser auszuhalten.54,55,56 Um wirklich eine Verlängerung des Gewebes bewirken zu können, wäre eine Zugkraft von mehreren Tonnen nötig und dieses Gewicht ist mit einfachen Dehnübungen nicht erreichbar. 

Nur eine Operation kann gegen die Probleme helfen  

Eine Operation kann unter bestimmten Umständen eine wirkungsvolle Maßnahme bei Skoliose sein, sollte aber nur den Extremfällen vorbehalten sein. Patienten, die von einer Operation profitieren könnten, haben einen Cobb-Winkel von >40-45° im Lendenwirbelsäulenbereich oder einen Cobb-Winkel von >50° im Brustwirbelsäulenbereich. Dieser starke Cobb-Winkel kommen bei ca. 0.1% aller Skoliosepatienten vor.6 Auch die operative Versorgung wird nach aktuellen Studien oftmals in Frage gestellt, weil sie u.a. einhergeht mit erhöhten Schmerzwahrscheinlichkeit, dass ein vorher nicht betroffener Wirbelsäulenbereich eine Skoliose entwickelt und einer höheren Verschleißproblematik im Vergleich zur konservativen Behandlung 21, 99, 95, 94, 96, 104, 105, 97. Weiterhin besteht eine hohe Komplikationsrate bei der operativen Versorgung.99 Eine häufige Folge der operativen Versteifungen der Wirbelsäule ist nicht nur die eingeschränkte Beweglichkeit, sondern oftmals eine Veränderung anderer Wirbelsäulenabschnitte in den Bereichen ober- oder unterhalb des OP-Gebiets. Fazit: Eine operative Maßnahme sollte erst nach einer gescheiterten konservativen Therapie erfolgen bzw. nur Extremfällen vorbehalten sein.  

Diese Asymmetrien müssen immer korrigiert werden  

Skoliose ist nicht gleich Skoliose, dass sollte bis hier hin deutlich geworden sein. Natürlich müssen in Extremfällen auch Asymmetrien ausgeglichen werden. Allerdings sind diese meist vorhandenen leichten Krümmungen in den milderen Fällen häufig zu vernachlässigen. Wir alle haben Seitenunterschiede und wir sind alle nicht 100% symmetrisch. Bei der einen Person ist es eine Augenbraue, die etwas höher sitzt und der anderen Person ist es eben eine etwas krumme Haltung oder die Wirbelsäule. Solange also keine Probleme deshalb bestehen, wie bei der Mehrheit der Patienten, ist es nicht weiter problematisch und sie sollten sich deshalb keine Gedanken machen.  

Skoliose = Schmerzen  

Eine Skoliose zu haben bedeutet nicht automatisch, dass dadurch Schmerzen verursacht werden! Skoliosepatienten haben oftmals eine vermehrte Schmerzanfälligkeit im Bereich des Krümmungsscheitels (oder besser Krümmungshöhepunkt), jedoch wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass zwischen den Schmerzen und dem Krümmungswinkel kein Zusammenhang besteht!94 Das bedeutet, dass die Schmerzen häufig aufgrund von anderen Faktoren auftreten und die Skoliose diese nur wenig begünstigt. Gerade deshalb können diese Beschwerden durch eine intensive Physiotherapie sehr gut beeinflusst werden.94,101,21 

Mit einer Skoliose werde ich große Funktionseinschränkungen haben  

Wie oben erklärt wurde, sorgt eine Skoliose nicht automatisch für Schmerzen. Doch auch andere Funktionseinschränkungen (z.B. verminderte Leistungsfähigkeit, Atemproblematik) kommen nur in den seltensten Fällen vor. Studien zeigen, dass alle Patienten mit Krümmungen <100° keine Angst vor Lebensverkürzenden Beeinträchtigungen haben müssen.21,106 Bei diesen Extremfällen, die weniger als 0,1% der Gesamtskoliosefälle ausmachen, kann es zu Beeinträchtigungen des Herzkreislaufs und der Atemwege kommen. Durch eine physiotherapeutische Maßnahme kann auch hier durch eine Beeinflussung des skoliotischen Atemmusters eine Verbesserung der Lungenfunktion erreicht werden.106,107,108 

OPERATION? JA ODER NEIN?

Patienten wird oft erzählt: „Ich sehe sie dann in zwei Jahren zum Gelenkersatz“. Allerdings ist ein Gelenkersatz bei jemanden, der den Umgang mit Schmerzen nicht wirklich versteht und dazu keine adäquate Trainingstherapie und/oder eine Gewichtskontrolle probiert hat, nicht angemessen. Darüber hinaus ist es wichtig, Patienten zu identifizieren, die potenziell schlecht auf einen Gelenkersatz ansprechen. Beispiele hierzu sind Patienten mit geringer Schmerzintensität, geringen radiologischen Veränderungen, starkem Übergewicht, weitläufigen Schmerzen und psychischen Belastungen. All diese Faktoren können durch eine nicht-operative Behandlung angegangen werden.

Entscheidet man sich doch für ein Gelenkersatz, ist es wichtig zu verstehen, dass dieser ausschließlich für Arthrose im Endstadium, wenn vorher ein 6-monatiger konservativer Therapieversuch fehlgeschlagen hat, effektiv ist. 22 Es müssen beim Patienten große Einschränkungen bestehen wie z.B. Schlafverlust durch Schmerz oder eine stark verringerte Laufdistanz. Obwohl ein Gelenkersatz eine effektive und sichere Operationsart ist, sind bei einer Operation immer Risiken verbunden. Bis zu 25% der Patienten leiden nach einer Gelenkersatzoperation immer noch unter Schmerzen und Funktionseinschränkungen. 2

Oft wird, je nach Arthrosegrad und -lokalisierung, eine Teilprothese verwendet anstatt eines kompletten Gelenkersatzes. Eine Teilprothese ist aufgrund der schnelleren Heilungs- und Rehabilitationszeit 23 und der geringeren Komplikationsrate 24 eine weitere mögliche Option.

Eine weitere Operationsart bei Arthrose bildet eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung). Bei einer Arthroskopie wird eine Sonde, das Arthroskop, durch kleine Hautschnitte in das Gelenk eingeführt. Per Mini-Videokamera werden nun Bilder aus dem Gelenk übertragen und anhand Dieser das Arthroskop gesteuert. Studien zeigen, dass eine Arthroskopie bei Arthrose keinen rigorosen Nachweis ihres Nutzens hat und die Operationsart im Vergleich zu einer Scheinbehandlung deutlich mehr Nebenwirkungen hat. 25, 26, 27

WAS KÖNNEN SIE ALS PATIENT ODER ARZT BEI/VON UNS ERWARTEN?

Wie bei jedem unserer (neuen) Patienten, erwartet sie zu Beginn der ersten Therapiesitzung ein ausführliches Anamnesegespräch mit einem unserer Therapeuten, um für die Therapie relevante Information zu evaluieren und mögliche Kontraindikationen oder sogenannte „Red Flags“ auszuschließen. Danach wird eine gründliche Untersuchung durch den Therapeuten vorgenommen, um den aktuellen Rehabilitationsstand genauestens festlegen zu können.

Zudem wird gemeinsam mit dem Patienten ein individuelles Anforderungsprofil erstellt, welches speziell auf die täglichen Anforderungen im Leben des Patienten abgestimmt ist. Ziel ist es, einen klar objektiv definierten IST-Standpunkt zu gestalten und mittels erster Planungen den zu erreichenden Soll-Stand zu formulieren. Dieser Weg wird durch den Transfer der Therapie stattfinden und laufend neu motorisiert und evaluiert, um zu jedem Zeitpunkt über den aktuellen Leistungszustand des Patienten informiert zu sein.

Um diese Art der Methodik noch effizienter zu gestalten und das volle Potenzial aus der Behandlung schöpfen zu können, bieten wir ihnen optional die Möglichkeit der erweiterten Therapiezeit an. Ziel dieser Zusatzleistung ist es, unser Behandlungspotential voll auszuschöpfen, eine qualitativ hochwertige Therapie zu garantieren und damit das Therapieergebnis zu optimieren. Durch das erweiterte Konzept können unsere Therapeuten deshalb noch effizienter an dem Therapieprozess arbeiten. Mehr Information hierzu und zum allgemeinen Ablauf unserer Behandlungen finden sie hier.

Es ist an der Zeit den Schwamm auszudrücken

Es ist allgemein bekannt, dass der Gelenkknorpel keine Nerven- oder Blutgefäßversorgung hat und daher sämtliche Nährstoffe aus das darunter liegende Knochengewebe und Synovialflüssigkeit (Gelenkflüssigkeit) gewonnen werden müssen. 28 Die Gelenkflüssigkeit wird ausgepresst, wenn der Gelenkknorpel durch eine Last stimuliert wird und anschließend erneut aufgenommen, wenn der Druck nachlässt (Schwamm-Beispiel). 29 Mit anderen Worten: Eine Belastung durch körperliche Aktivität ist für den Knorpel dringend notwendig, um seine normale Funktion und Integrität zu erreichen. Belastung sorgt dafür, dass das Eindringen der Nährstoffe in den Gelenkknorpel gefördert und die Stoffwechselprodukte herausdrückt werden. 30

Training sorgt aber nicht nur dafür, dass wir unsere Knorpel versorgen, sondern auch dafür, dass die Schmierfunktion des Knorpels wieder optimiert wird. Eine Schlüsselkomponente in unseren Schmierstoffen ist Lubricin. Lubricin schützt unseren Knorpel und wirkt Entzündungen entgegen. 31, 32, 33 Das Fantastische dabei ist, dass wir mit gesunder Bewegung ein Gleitmittelreservoir in unseren Gelenken aufbauen können. 34 Dieses Phänomen lässt sich an unseren Augen beobachten: Unsere Augenlider gleiten auf unseren Augen: Das ist Lubricin in Aktion.

Neues Knorpelgewebe lässt sich (durch ein Training) leider nicht aufbauen, allerdings können wir die Versorgung, Qualität und Schmierfunktion des noch bestehenden Knorpels optimieren. Da Knorpel keine Nervenversorgung besitzt, kann man Knorpelgewebe auch nicht spüren. Die Schmerzen, die durch Arthrose verursacht werden, entspringen in erster Linie dem direkt darunter liegenden Knochen, der sogenannte subchondrale Knochen (sub = unter, chondro = Knorpel). Wir wissen, dass wir durch das Training nicht nur einen Einfluss auf unser Knorpelgewebe, sondern auch auf das subchondrales Knochengewebe, unsere Gelenkskapseln und -bänder und die umliegende Muskulatur (alle Strukturen, die durch eine Arthrose betroffen sind) haben.

Normal synovial joint anatomy

Wie sieht das Training bei uns aus?

Ihnen sollte jetzt bekannt sein, dass und warum Training bei Arthrose wichtig ist. Die nächste Frage wäre dann natürlich, wie ein Training bei Arthrose aussieht bzw. auszusehen hat. Das Training unterteilen wir in zwei Kategorien, wobei wir die allgemeine und spezifische Belastbarkeit erhöhen möchten.

Eine Erhöhung der allgemeinen Belastbarkeit umfasst eine erhöhte allgemeine Aktivität im Alltag. Es handelt sich hierbei um eine tägliche Bewegung von 20 bis 40 Minuten mit einer Herzfrequenz von ungefähr 140. Dies wäre erreichbar, wenn man täglich ungefähr 10.000 Schritte schafft. Diese 10.000 Schritte haben mehrere Vorteile:

  • Eine erhöhte Aktivität hilft dabei mögliches Übergewicht zu reduzieren.
  • Eine erhöhte Aktivität führt zu einer erhöhten Durchblutung. Diese Mehrdurchblutung wäscht Entzündungsmediatoren aus und hat dadurch schmerzlindernde Effekte.
  • Eine bessere allgemeine Belastbarkeit führt zu einer besseren Regeneration, schützt vor Überbelastungsschäden und führt zu einer besseren Funktion des Immunsystems.

Diese erhöhte Aktivität oder 10.000 Schritte werden wir aus Zeitgründen nicht während der Therapie hier vor Ort durchführen und wird daher ihre wichtigste „Hausaufgabe“. Sollte diese erhöhte Aktivität am Anfang durch z.B. Schmerzen ein Problem darstellen, wird zuerst mit einer Erhöhung der spezifischen Belastbarkeit angefangen um diese erhöhte Aktivität später zu ermöglichen.

Durch eine Erhöhung der spezifischen Belastbarkeit verschaffen wir die bereits erwähnten Effekte: Eine bessere Versorgung und Schmierfunktion des Knorpels, das Aufbauen von einem Gleitmittelreservoir und einer besseren Belastbarkeit der umliegenden Strukturen. Dies machen wir, indem ein gezieltes Krafttraining durchgeführt wird. Je nachdem, wo sich die Arthrose befindet, werden unterschiedliche Übungen durchgeführt, die das betroffene Gelenk belasten. Bei einer Arthrose im Knie- oder Hüftgelenk werden beispielsweise Übungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte, Kreuzheben oder Beinpresse ausgeführt. Wichtig ist, dass während der Übung eine Kompression bzw. ein Druckaufbau im betroffenen Gelenk stattfindet (der Schwamm muss ausgedruckt werden damit er sich nachher mit frischem Wasser auffüllen kann). Die Übungen werden bei uns im Kraftausdauerbereich durchgeführt, das bedeutet pro Übung werden 3 bis 5 Durchgänge a 12- 20 Wiederholungen ausgeführt. Wichtig hierbei ist, dass das Wiederholungstempo langsam und kontrolliert ist. Je schneller die Bewegung, desto höher die Gelenksbelastung. Da aber die Gelenksbelastbarkeit bei einer Arthrose nicht optimal ist, muss dies, vor allem am Anfang, vermieden werden.

Es macht Sinn dieses Training für einen längeren Zeitraum mehrmals pro Woche durchzuführen. Obwohl wir in der Physiotherapie zeittechnisch und frequenztechnisch unsere Grenzen haben, bieten wir ihnen mehrere Möglichkeiten ein frequenteres und längeres Training zu ermöglichen.

Oft sehen wir, dass am Anfang das Training zu einer (leichten) Schmerzverschlimmerung führt und dass Schmerzen auch während des Trainings auftreten. Schmerzen während des Trainings sind normal und legen sich in der Regel, sobald man aktiver und fitter wird. 35 Gelenke brauchen Bewegung, sogar, wenn sie weh tun; dadurch werden sie belastbarer und gesünder.

Patienten mit schwerer Arthrose wird oft gesagt: „Bei Ihren Knien reibt Knochen auf Knochen. Es gibt nicht viel, dass sie tun können.“ Training ist allerdings auch bei Menschen mit starken Schmerzen und einen Nachweis fortgeschrittener arthrotischer Veränderungen von Vorteil. 36

Ernährungsumstellung und Gewichtsabnahme

Sollten Sie Übergewicht haben oder sich im Allgemeinen ungesund ernähren, kommen Sie bei einer diagnostizierten Arthrose nicht drum herum dieses Thema anzugehen. Eine Gewichtsabnahme bei Übergewichtigen mit Arthrose ist eine effektive Therapiemethode, um Beschwerden zu reduzieren. Schon ein Gewichtsverlust von 5% geht mit einer relevanten Schmerzreduktion einher. Eine Reduktion des Körpergewichts um ganze 10% kann sogar zu einer 50%-igen Schmerzreduktion führen und die Wahrscheinlichkeit für einen notwendigen Gelenkersatz reduzieren. 37, 38

Übermäßiges Körperfett, vor allem Bauchfett, kann man mittlerweile klassifizieren als entzündungsprovozierende Hormondrüsen. Diese erzeugen eine Entzündungskaskade, die ein Hauptfaktor sowohl für Arthrose, als auch weitere Krankheiten wie Tendinopathie (Sehnprobleme), Osteopenie (Vorstufe von Osteoporose) und Sarkopenie darstellt. 39 Viele denken, dass Übergewicht aufgrund von erhöhtem Druck und Kräften auf den Körper Gelenk- und Muskelschmerzen verursacht. Hier ist absolut was für zu sagen, allerdings sind die erhöhten Entzündungswerte oft hauptverantwortlich für die meisten Probleme. Abnehmen hilft, Symptome aller Arten von Arthrose zu reduzieren. Sogar in der Schulter und in den Händen.

Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Selen, Magnesium und Zink sind, können die schmerzlindernden Wirkungen anderer Therapieverfahren für chronische Schmerzen erheblich unterstützen. Beispiele hierfür sind Heidelbeeren, Himbeeren, Gemüse, Zitrusfrüchte, Chiasamen, Nüsse, fettreicher Fisch, Kurkuma, Ingwer, Sojabohnen und grüner Tee. 5

Das Gesamtpaket ist wichtig

Wichtig in der Therapie ist, dass wir nicht nur die lokale Knie- oder Hüftarthrose behandeln, sondern das Gesamtpaket. Training und Ernährung sind sehr wichtig, umfassen aber nicht alle Faktoren die beeinflusst und optimiert werden können. Außer einer zucker- / fettreichen Ernährung und Übergewicht, gibt es weitere Faktoren die zu chronischen Entzündungen führen können. Regelmäßig rauchen, viel trinken, keinen Sport treiben, ein hohes Stressniveau und schlechter Schlaf gehören unter anderem zu diesen Faktoren. Häufig führt dies zu folgenden Symptomen:

  • Anhaltende Schmerzen
  • Anhaltende Müdigkeit
  • Anhaltende schlechter Laune
  • Anhaltende Darmprobleme
  • Wunde Stellen im Mund
  • Hautausschläge
  • Konzentrationsschwierigkeiten

Chronische Entzündungen sind nicht nur wichtig für die Entstehung, Aufrechterhaltung und Verschlimmerung einer Arthrose, sondern können auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leberfunktionsstörungen, Nierenerkrankungen, Schlaganfälle, Demenz, Krebs, Diabetes, Müdigkeit und Depressionen verursachen.

Es ist also von größter Wichtigkeit, dass wir alle möglichen Faktoren, sowohl jene, die einen Einfluss auf chronische Entzündungen haben, als auch Arthrose an sich behandeln. Durch ein gezieltes Training, eine Ernährungsumstellung und Gewichtsabnahme beheben wir damit einige Faktoren. Mit unseren Verhaltensänderungs-, Schlaf- und Stressblogs und einer systematischen Umsetzung dieser Themen während der Therapie versuchen wir ihnen alle Mittel an die Hand zu geben, um auch die restlichen Faktoren als Therapieziel zu optimieren.

Unsere Therapeuten haben sich alle mit dem Themen Ernährungs- und Lebensstiloptimierung und dessen Bedeutung für unsere Gesundheit und Belastbarkeit auseinandergesetzt und wurden diesbezüglich intern geschult. Für uns ist dies ein zusätzlicher Faktor, der während des Therapieprozesses angesprochen wird.

Hilfreich zur Optimierung der eigenen Ernährung und mögliche Gewichtsabnahme ist unsere Ernährungsberatung, die den Einstieg in eine gesunde und reichhaltige Ernährung vereinfachen soll und Lösungen sucht, die angesprochenen Dinge mit Ihnen gemeinsam in der Praxis umsetzen und in den Alltag zu integrieren. Darüber hinaus werden Sie in unseren kostenlosen Blogs und Rezepten viele wertvolle Infos finden, die Sie in ihrem Therapieprozess unterstützen werden.

Lasst uns zusammen das Beste aus ihrer Therapie rausholen

Um ein optimales Therapieergebnis zu erreichen ist eine gegenseitige Kooperation zwischen Therapeuten und Patienten notwendig. Mit dieser Seite möchten wir ihnen eine ausführliche Übersicht aller Maßnahmen und dessen Effektivität verschaffen. Wie sie sehen, bedeutet die Diagnose „Arthrose“ alles andere als das Ende der Welt und die meisten durch das Krankheitsbild verursachten Probleme lassen sich in der Regel gut beheben. Wir zeigen ihnen den Weg und werden sie während Ihres gesamten Therapieprozesses unterstützen. Wenn sie sich auf unsere Kompetenz verlassen, kooperieren und Selbstverantwortung zeigen, liegt ein vielversprechendes Ergebnis vor ihnen.

QUELLENANGABE

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SIE HABEN ODER KENNEN JEMANDEN MIT ARTHROSE?

Wir fassen auf dieser Seite alle wichtigsten Infos zusammen. 

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UNSERE ERFAHRUNG

Gerne teilen wir unsere Erfahrung zum Thema „Arthrose“ mit Ihnen und stellen wollen Ihnen infolgedessen Roland Noy vorstellen. Roland hatte schon Jahre bevor er zu uns kam Kniearthrose, bei der sich zusätzlich noch eine Baker-Zyste gebildet hatte. Alltägliche Sachen, wie Fahrrad fahren und Laufen waren kaum noch auszuführen und eine OP war ebenfalls schon geplant. Allerdings haben wir Roland glücklicherweise dazu überreden können diese hinauszuzögern. Durch ein dreimal wöchentliches, gezieltes Training geht es Roland mittlerweile so gut, dass eine OP erst mal in weite Ferne gerutscht ist. Weitere Infos erhalten sie, indem sie auf das folgende Bild klicken.

WIE ENTSTEHT DIE PROBLEMATIK?

Die Ursache der Arthrose ist komplex. Diverse mechanische-, entzündliche und stoffwechseltechnische Faktoren liegen ihr zugrunde, die zu strukturellen Gelenksveränderungen führen. 3 Wichtig zu verstehen ist, dass Arthrose keine „Abnutzungs-Erkrankung“ ist. Es entsteht, ausgelöst durch unterschiedliche Faktoren, ein Ungleichgewicht zwischen Aufbau und Abbau des Gelenkgewebes.

Um diesen Prozess vereinfacht zu beschreiben, kann man die Entstehung von Arthrose mit einem Schwamm vergleichen. Genau wie ein nasser Schwamm besteht unser Gelenkknorpel zum größten Teil auch aus Wasser. Dieser nasse Schwamm hilft, Kräfte zu absorbieren und abzufedern. Gleichzeitig schmiert er auch die Gelenkflächen. Damit unser Knorpel gesund bleibt, muss ihm ständig Wasser zugeführt werden. Schmutziges Abwasser bedarf es immer herausgepresst zu werden. Die regelmäßige Bewegung unseres Gelenks ist nun vergleichbar mit dem regelmäßigen Auswringen eines Schwamms. Sie entfernt schmutziges Abwasser und ermöglicht die Aufnahme von frischem, sauberem Wasser. Wenn wir uns aber nicht genug bewegen, kann sich schmutziges Wasser ansammeln, welches unsere Knorpelgesundheit beeinträchtigt. Genauso, wie wenn wir einen schmutzigen Schwamm nicht ausdrücken. Unser Knorpel braucht also regelmäßige Bewegung um sauber, gesund und hydratisiert zu bleiben.

Nicht nur zu viel oder zu wenig Bewegung, sondern auch eine schlechte Ernährung und Übergewicht spielen eine große Rolle bei Arthrose. Studien zeigen, dass eine Ernährungsweise mit hohem Anteil an Zucker und gesättigten Fettsäuren (denken sie hierbei an Produkte wie Fleisch- und Wurstwaren, Butter, Fertigprodukte, Süßwaren, etc.) den Gelenkknorpel und den darunter liegenden Knochen direkt schädigen können. 4 Die Lebensmittelauswahl stellt genau deswegen einen wesentlichen Faktor für die Entstehung und Schwere chronischer Schmerzen dar, indem sie Entzündungen verstärken. Moderne Lebensmittel haben oft hohe Anteile an entzündungsfördernden gesättigten Fettsäuren (Omega-6-Fettsäuren) im Vergleich zu entzündungshemmenden ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren). Idealerweise sollte dieses Verhältnis bei 2:1 bzw. 1:1 liegen. Dieses Verhältnis liegt in unserer westlichen und industrialisierten Ernährung, oftmals bei 20:1 oder 30:1 und führt zu einer verstärkten Sensibilisierung von Nervenfasern und Entzündungsschmerzen. 5

SYMPTOME

Schmerz ist für die meisten Menschen das wichtigste Symptom einer Arthrose. Dieser Schmerz tritt zunächst bei Bewegungsbeginn sowie bei Dauerbelastung auf und nimmt oft im Laufe des Tages zu. In späteren Phasen kommen auch Ruhe- und Nachtschmerzen hinzu. Steifheit bei Arthrose ist in der Regel eine Startsteifheit, die nach einigen Minuten verschwindet. An den Gelenkrändern können knöcherne Schwellungen (Knochenauswüchse) tastbar sein. Zusätzlich zu einer knöchernen Schwellung sehen wir auch öfter Weichteil- und Gelenkschwellungen.

Charakteristisch für Arthrose sind hörbare und fühlbare Crepitationen (es knackt und/oder knirscht), die wahrscheinlich durch raue Gelenkoberflächen und die knöchernen Ausbuchtungen an den Gelenkrändern verursacht werden und an den Bändern entlang streifen. Manchmal kommt es zu einer entzündlichen Reaktion, die zu Schmerzen, Schwellungen und einem Temperaturanstieg im Gelenk führen kann.

Ein weiteres Merkmal der Arthrose ist die Entwicklung von Bewegungseinschränkungen des Gelenks. Zudem kann es durch zunehmende Gelenksänderungen zu Gelenkspositionsveränderungen, wie beispielsweise einer X- oder O-Stellung des Knies, kommen. Diese Positionsveränderungen führen öfter zu Beschwerden über Instabilität. Stabilitätsprobleme tragen dann zu einem Gefühl der Unsicherheit bei der Ausübung von Aktivitäten bei. Arthrose kann Probleme bei der Ausführung täglicher Aktivitäten verursachen, wie Gehen, Treppensteigen, Sitzen und Aufstehen, sowie Socken und Schuhe anziehen.6

DAS PROBLEM UNSERER GESELLSCHAFT

Dass unsere Gesellschaft immer ungesünder lebt, muss mittlerweile nicht mehr diskutiert werden. Wo man vor 100 Jahren noch 20 Kilometer am Tag gelaufen ist, läuft der Mensch heutzutage im Durchschnitt nur noch 800 Meter am Tag. Dies hat sich während des Lockdowns noch einmal reduziert auf nur noch 200 Meter täglich. Ernährungstechnisch ist die Lage ähnlich: Dort, wo in Deutschland vor 160 Jahren im Durchschnitt 2120 Kalorien täglich konsumiert wurde, liegen wir heutzutage bei 3.539 Kalorien pro Tag. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, wir haben die Energiezufuhr um 166%.  gesteigert. Die chronische Unterbelastung und Bewegungsmangel in Kombination mit unserer generell ungesunden Lebensstil führt heutzutage in den meisten Fällen zu Arthrose, nicht die schwere Arbeit, der Sport oder andere Faktoren. Unter Mythen erfahren sie hierzu mehr.

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WAS KÖNNEN SIE ALS PATIENT ODER ARZT BEI/VON UNS ERWARTEN?

Wie bei jedem unserer (neuen) Patienten, erwartet sie zu Beginn der ersten Therapiesitzung ein ausführliches Anamnesegespräch mit einem unserer Therapeuten, um für die Therapie relevante Information zu evaluieren und mögliche Kontraindikationen oder sogenannte „Red Flags“ auszuschließen. Danach wird eine gründliche Untersuchung durch den Therapeuten vorgenommen, um den aktuellen Rehabilitationsstand genauestens festlegen zu können.

Zudem wird gemeinsam mit dem Patienten ein individuelles Anforderungsprofil erstellt, welches speziell auf die täglichen Anforderungen im Leben des Patienten abgestimmt ist. Ziel ist es, einen klar objektiv definierten IST-Standpunkt zu gestalten und mittels erster Planungen den zu erreichenden Soll-Stand zu formulieren. Dieser Weg wird durch den Transfer der Therapie stattfinden und laufend neu motorisiert und evaluiert, um zu jedem Zeitpunkt über den aktuellen Leistungszustand des Patienten informiert zu sein.

Um diese Art der Methodik noch effizienter zu gestalten und das volle Potenzial aus der Behandlung schöpfen zu können, bieten wir ihnen optional die Möglichkeit der erweiterten Therapiezeit an. Ziel dieser Zusatzleistung ist es, unser Behandlungspotential voll auszuschöpfen, eine qualitativ hochwertige Therapie zu garantieren und damit das Therapieergebnis zu optimieren. Durch das erweiterte Konzept können unsere Therapeuten deshalb noch effizienter an dem Therapieprozess arbeiten. Mehr Information hierzu und zum allgemeinen Ablauf unserer Behandlungen finden sie hier.

Es ist an der Zeit den Schwamm auszudrücken

Es ist allgemein bekannt, dass der Gelenkknorpel keine Nerven- oder Blutgefäßversorgung hat und daher sämtliche Nährstoffe aus der sogenannten Synovialflüssigkeit (Gelenkflüssigkeit) gewonnen werden müssen. 28 Die Gelenkflüssigkeit wird ausgepresst, wenn der Gelenkknorpel durch eine Last stimuliert wird und anschließend erneut aufgenommen, wenn der Druck nachlässt (Schwamm-Beispiel). 29 Mit anderen Worten: Eine Belastung durch körperliche Aktivität ist für den Knorpel dringend notwendig, um seine normale Funktion und Integrität zu erreichen. Belastung sorgt dafür, dass das Eindringen der Nährstoffe in den Gelenkknorpel gefördert und die Stoffwechselprodukte herausdrückt werden. 30

Training sorgt aber nicht nur dafür, dass wir unsere Knorpel versorgen, sondern auch dafür, dass die Schmierfunktion des Knorpels wieder optimiert wird. Eine Schlüsselkomponente in unseren Schmierstoffen ist Lubricin. Lubricin schützt unseren Knorpel und wirkt Entzündungen entgegen. 31, 32, 33 Das Fantastische dabei ist, dass wir mit gesunder Bewegung ein Gleitmittelreservoir in unseren Gelenken aufbauen können. 34 Dieses Phänomen lässt sich an unseren Augen beobachten: Unsere Augenlider gleiten auf unseren Augen: Das ist Lubricin in Aktion.

Neues Knorpelgewebe lässt sich (durch ein Training) leider nicht aufbauen, allerdings können wir die Versorgung, Qualität und Schmierfunktion des noch bestehenden Knorpels optimieren. Da Knorpel keine Nervenversorgung besitzt, kann man Knorpelgewebe auch nicht spüren. Die Schmerzen, die durch Arthrose verursacht werden, entspringen in erster Linie dem direkt darunter liegenden Knochen, der sogenannte subchondrale Knochen (sub = unter, chondro = Knorpel). Wir wissen, dass wir durch das Training nicht nur einen Einfluss auf unser Knorpelgewebe, sondern auch auf das subchondrales Knochengewebe darunter, unsere Gelenkskapseln und -bänder und die umliegende Muskulatur (alle Strukturen, die durch eine Arthrose betroffen sind) haben.

Normal synovial joint anatomy

Wie sieht das Training bei uns aus?

Ihnen sollte jetzt bekannt sein, dass und warum Training bei Arthrose wichtig ist. Die nächste Frage wäre dann natürlich, wie ein Training bei Arthrose aussieht bzw. auszusehen hat. Das Training unterteilen wir in zwei Kategorien, wobei wir die allgemeine und spezifische Belastbarkeit erhöhen möchten.

Eine Erhöhung der allgemeinen Belastbarkeit umfasst eine erhöhte allgemeine Aktivität im Alltag. Es handelt sich hierbei um eine tägliche Bewegung von 20 bis 40 Minuten mit einer Herzfrequenz von über 140. Dies wäre erreichbar, wenn man täglich ungefähr 10.000 Schritte schafft. Diese 10.000 Schritte haben mehrere Vorteile:

  • Eine erhöhte Aktivität hilft dabei mögliches Übergewicht zu reduzieren.
  • Eine erhöhte Aktivität führt zu einer erhöhten Durchblutung. Diese Mehrdurchblutung wäscht Entzündungsmediatoren aus und hat dadurch schmerzlindernde Effekte.
  • Eine bessere allgemeine Belastbarkeit führt zu einer besseren Regeneration, schützt vor Überbelastungsschäden und führt zu einer besseren Funktion des Immunsystems.

Diese erhöhte Aktivität oder 10.000 Schritte werden wir aus Zeitgründen nicht während der Therapie hier vor Ort durchführen und wird daher ihre wichtigste „Hausaufgabe“.

Durch eine Erhöhung der spezifischen Belastbarkeit verschaffen wir die bereits erwähnten Effekte: Eine bessere Versorgung und Schmierfunktion des Knorpels, das Aufbauen von einem Gleitmittelreservoir und einer besseren Belastbarkeit der umliegenden Strukturen. Dies machen wir, indem ein gezieltes Krafttraining durchgeführt wird. Je nachdem, wo sich die Arthrose befindet, werden unterschiedliche Übungen durchgeführt, die das betroffene Gelenk belasten. Bei einer Arthrose im Knie- oder Hüftgelenk werden beispielsweise Übungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte, Kreuzheben oder Beinpresse ausgeführt. Wichtig ist, dass während der Übung eine Kompression bzw. ein Druckaufbau im betroffenen Gelenk stattfindet (der Schwamm muss ausgedruckt werden damit er sich nachher mit frischem Wasser auffüllen kann). Die Übungen werden bei uns im Kraftausdauerbereich durchgeführt, das bedeutet pro Übung werden 3 bis 5 Durchgänge a 12- 20 Wiederholungen ausgeführt. Wichtig hierbei ist, dass das Wiederholungstempo langsam und kontrolliert ist. Je schneller die Bewegung, desto höher die Gelenksbelastung. Da aber die Gelenksbelastbarkeit bei einer Arthrose nicht optimal ist, muss dies, vor allem am Anfang, vermieden werden.

Oft sehen wir, dass am Anfang das Training zu einer (leichten) Schmerzverschlimmerung führt und dass Schmerzen auch während des Trainings auftreten. Schmerzen während des Trainings sind normal und legen sich in der Regel, sobald man aktiver und fitter wird. 35 Gelenke brauchen Bewegung, sogar, wenn sie weh tun; dadurch werden sie belastbarer und gesünder.

Patienten mit schwerer Arthrose wird oft gesagt: „Bei Ihren Knien reibt Knochen auf Knochen. Es gibt nicht viel, dass sie tun können.“ Training ist allerdings auch bei Menschen mit starken Schmerzen und einen Nachweis fortgeschrittener arthrotischer Veränderungen von Vorteil. 36

Ernährungsumstellung und Gewichtsabnahme

Sollten Sie Übergewicht haben oder sich im Allgemeinen ungesund ernähren, kommen Sie bei einer diagnostizierten Arthrose nicht drum herum dieses Thema zu anzugehen. Eine Gewichtsabnahme bei Übergewichtigen mit Arthrose ist eine effektive Therapiemethode, um Beschwerden zu reduzieren. Schon ein Gewichtsverlust von 5% geht mit einer relevanten Schmerzreduktion einher. Eine Reduktion des Körpergewichts um ganze 10% kann sogar zu einer 50%-igen Schmerzreduktion führen und die Wahrscheinlichkeit für einen notwendigen Gelenkersatz reduzieren. 37, 38

Übermäßiges Körperfett, vor allem Bauchfett, kann man mittlerweile klassifizieren als entzündungsprovozierende Hormondrüsen. Diese erzeugen eine Entzündungskaskade, die ein Hauptfaktor sowohl für Arthrose, als auch weitere Krankheiten wie Tendinopathie (Sehnprobleme), Osteopenie (Vorstufe von Osteoporose) und Sarkopenie darstellt. 39 Viele denken, dass Übergewicht aufgrund von erhöhtem Druck und Kräften auf den Körper Gelenk- und Muskelschmerzen verursacht. Hier ist absolut was für zu sagen, allerdings sind die erhöhten Entzündungswerte oft hauptverantwortlich für die meisten Probleme. Abnehmen hilft, Symptome aller Arten von Arthrose zu reduzieren. Sogar in der Schulter und in den Händen.

Lebensmittel, die reich an ungesättigte Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren), Vitamin D, Selen, Magnesium und Zink sind, können die schmerzlindernden Wirkungen anderer Therapieverfahren für chronische Schmerzen erheblich unterstützen. Beispiele hierfür sind Heidelbeeren, Himbeeren, Gemüse, Zitrusfrüchte, Chiasamen, Nüsse, fettreicher Fisch, Kurkuma, Ingwer, Sojabohnen und grüner Tee. 5

Das Gesamtpaket ist wichtig

Wichtig in der Therapie ist, dass wir nicht nur die lokale Knie- oder Hüftarthrose behandeln, sondern das Gesamtpaket. Training und Ernährung sind sehr wichtig, umfassen aber nicht alle Faktoren die beeinflusst und optimiert werden können. Außer einer zucker- / fettreichen Ernährung und Übergewicht, gibt es weitere Faktoren die zu chronischen Entzündungen führen können. Regelmäßig rauchen, viel trinken, keinen Sport treiben, ein hohes Stressniveau und schlechter Schlaf gehören unter anderem zu diesen Faktoren. Häufig führt dies zu folgenden Symptomen:

  • Anhaltende Schmerzen
  • Anhaltende Müdigkeit
  • Anhaltende schlechter Laune
  • Anhaltende Darmprobleme
  • Wunde Stellen im Mund
  • Hautausschläge
  • Konzentrationsschwierigkeiten

Chronische Entzündungen sind nicht nur wichtig für die Entstehung, Aufrechterhaltung und Verschlimmerung einer Arthrose, sondern können auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leberfunktionsstörungen, Nierenerkrankungen, Schlaganfälle, Demenz, Krebs, Diabetes, Müdigkeit und Depressionen verursachen.

Es ist also von größter Wichtigkeit, dass wir alle möglichen Faktoren, sowohl jene, die einen Einfluss auf chronische Entzündungen haben, als auch Arthrose an sich behandeln. Durch ein gezieltes Training, eine Ernährungsumstellung und Gewichtsabnahme beheben wir damit einige Faktoren. Mit unseren Verhaltensänderungs-, Schlaf- und Stressblogs und einer systematischen Umsetzung dieser Themen während der Therapie versuchen wir Ihnen alle Mittel an die Hand zu geben, um auch die restlichen Faktoren als Therapieziel zu optimieren.

Unsere Therapeuten haben sich alle mit dem Themen Ernährungs- und Lebensstiloptimierung und dessen Bedeutung für unsere Gesundheit und Belastbarkeit auseinandergesetzt und wurden diesbezüglich intern geschult. Für uns ist dies ein zusätzlicher Faktor, der während des Therapieprozesses angesprochen wird.

Hilfreich zur Optimierung der eigenen Ernährung und mögliche Gewichtsabnahme ist unsere Ernährungsberatung, die den Einstieg in eine gesunde und reichhaltige Ernährung vereinfachen soll und Lösungen sucht, die angesprochenen Dinge mit Ihnen gemeinsam in der Praxis umsetzen und in den Alltag zu integrieren. Darüber hinaus werden Sie in unseren kostenlosen Blogs und Rezepten viele wertvolle Infos finden, die Sie in ihrem Therapieprozess unterstützen werden.

Lasst uns zusammen das Beste aus ihrer Therapie rausholen

Um ein optimales Therapieergebnis zu erreichen ist eine gegenseitige Kooperation zwischen Therapeuten und Patienten notwendig. Mit dieser Seite möchten wir Ihnen eine ausführliche Übersicht aller Maßnahmen und dessen Effektivität verschaffen. Wie Sie sehen, bedeutet die Diagnose „Arthrose“ alles andere als das Ende der Welt und die meisten durch das Krankheitsbild verursachten Probleme lassen sich in der Regel gut beheben. Wir zeigen Ihnen den Weg und werden Sie während Ihres gesamten Therapieprozesses unterstützen. Wenn Sie kooperieren und Selbstverantwortung zeigen, liegt ein vielversprechendes Ergebnis vor Ihnen.

QUELLENANGABE

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