Warum spielt die Ernährung bei Krebs eine wichtige Rolle?
Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebserkrankungen ist ein komplexes und vielschichtiges Thema, welches aktuell stark erforscht wird! Studien zeigen, dass bestimmte Ernährungsweisen das Risiko für die Entwicklung bestimmter Krebsarten erhöhen oder senken können. Lebensmittel wie beispielsweise Alkohol, oder Lebensmittel mit viel gesättigten Fettsäuren (zum Beispiel frittierte Lebensmittel) begünstigen die Entstehung von Krebs. Hier gilt das Motto: “Die Menge macht das Gift”. Natürlich entsteht nicht, nach einem einmaligen Konsum eines bestimmten Lebensmittels, eine Krebserkrankung! Es gibt aber auch Lebensmittel, die aktiv vor Krebs schützen, wie beispielsweise Vitamin-E und Ingwer oder die das Immunsystem unterstützen bei der Bekämpfung von Krebs.99
Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs lässt sich teilweise durch folgende Mechanismen erklären:
- Entzündungen: Chronische Entzündungen, die durch bestimmte Ernährungsgewohnheiten, wie zum Beispiel hohen Zuckerkonsum oder ungesunde Fette gefördert werden, können das Krebswachstum begünstigen
- Oxidativer Stress: Freie Radikale können DNA-Schäden verursachen, was zu Krebs führen kann. Antioxidantien in Obst und Gemüse können diesen Prozess entgegenwirken
- Hormonelle Einflüsse: Übergewicht und eine hohe Fettzufuhr können die Produktion von Hormonen wie Inulin und Östrogen beeinflusse, die mit der Entstehung von hormonabhängigen Krebsarten wie Brust- & Prostatakrebs in Verbindung stehen
Krebsfördernde Ernährungsfaktoren:
- Rotes und verarbeitetes Fleisch:
Der Konsum von großen Mengen rotem Fleisch (z.B. Rind, Schwein, Lamm) sowie verarbeitetem Fleisch (z.B. Wurst, Speck), wurde mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs in Verbindung gebracht. Die Mechanismen dahinter sind u.a. die der Nitrosamine, die bei der Verdauung von rotem Fleisch entstehen Kochmethoden (z.B. grillen, braten), welche krebserregende Stoffe produzieren oder auch bestimmte Konservierungsmethoden bei verarbeitetem Fleisch (z.B. durch Pökelsalze). Somit sollte der Konsum von rotem und verarbeiteten Fleisch begrenzt sein!
- Hoher Zuckerkonsum & Übergewicht:
Tumor wachsen schneller als gesundes Gewebe und dazu benötigen sie Energie, welche sie u.a. durch Zucker gewinnen. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel führt zum Anstieg der Insulinkonzentration, was bei Tierexperimenten zur vermehrten Zellteilung von Gewebe führte. Eine Ernährung, die reich an Zucker und kalorienreichen, nährstoffarmen Lebensmitteln ist, kann zu Übergewicht führen, was ein Risikofaktor für verschiedene Krebsarten wie Brust-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs ist. Übergewicht fördert chronische Entzündungen und Insulinresistenz, die das Krebswachstum begünstigen können.
Zwischen dem Konsum von Alkohol und der Entwicklung von Krebs besteht ein großer Zusammenhang.99,105,106 Grundsätzlich kann man sagen, je mehr Alkohol getrunken wird, desto höher steigt das Risiko für eine Krebserkrankung.98,99,107 Alkohol kann die DNA direkt schädige und Entzündungen fördern. Schätzungen zufolge werden durch den derzeitigen Alkoholkonsum im Jahr 2020 ca. 740.000 Krebsneuerkrankungen verantwortlich sein.107 Ein weiteres großes Problem des Alkohols ist die Tatsache, dass es die Wirkung anderer krebserregender Stoffe deutlich verschlimmert. So hat ein Raucher bereits ein 7-fach erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken. Aber ein Raucher der regelmäßig Alkohol konsumiert hat ein 55-fach erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken.
Krebsschützende Ernährungsfaktoren:
Eine ballaststoffreiche Ernährung, wie zum Beispiel der Verzehr von Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten, steht im Zusammenhang mit einem niedrigen Risko für Darmkrebs. Ballaststoffe fördern die Darmgesundheit und unterstützen dabei schädliche Substanzen schneller aus dem Körper zu entfernen.
Der regelmäßige Verzehr von Obst und Gemüse ist mit einem reduzierten Risiko für verschiedene Krebsarten, insbesondere Magen- & Lungenkrebs, verbunden. Obst und Gemüse enthalten Antioxidantien, Vitamine und sekundäre Pflanzenzstoffe, die Zellen vor Schäden schützen können. Antioxidantien: Stoffe wie Vitamin C, E und Beta-Carotin können freie Radikale abfangen, die die DNA unserer Zellen schädigen können und so zur Krebsentstehung beintragen.
Gesunde Fette wie Omega-3-Fettsäure (z.B. fettem Fisch, Nüsse und Samen) können eine entzündungshemmende Wirkung haben und somit das Krebsrisiko verringern.
Vitamin D und Kalzium haben eine schützende Wirkung und können eine Rolle bei der Prävention von Darmkrebs spielen. Vitamin D ist an der Zellregulation beteiligt und hat entzündungshemmende Eigenschaften.
Das in Kurkuma enthaltene “Curcumin” gilt als sehr gesund, hat wenig bis keine Nebenwirkungen und soll entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften mit sich bringen. Diese gesundheitlichen Vorteile, möchte man sich auch in der Behandlung/Prävention von Krebs zunutze machen. Bei durchgeführten in-vitro Studien deuteten die ersten Ergebnisse daraufhin, dass Curcumin möglicherweise das Wachstum von Tumorzellen eingrenzt und die Apoptose (= programmierter Zelltod) von Krebszellen fördern kann. Eine Übertragung dieser Ergebnisse auf menschliche Studien, gestaltet sich aber äußerst schwierig und erste Studien ergaben, dass es nur wenig Verbesserung ergab.110,111,112,113 Somit spielt noch Kurkuma eine untergeordnete Rolle in der Behandlung/Prävention von Krebs. Es sollte jedoch erwähnt werden, dass die Forschung bezüglich Kurkuma und Krebs noch nicht sehr weit ist und derzeitig weitere Forschungsprojekte durchgeführt werden.
Ernährungsweisen:
Die mediterrane Ernährung ist reich an Gemüse, Obst, Nüsse, Vollkornprodukte, Fisch und Olivenöl und hat sich in Studien als potenziell schützend gegen verschiedene Krebsarten erweisen.
- Pflanzenbasierte Ernährung:
Der Fokus auf pflanzenbasierte Lebensmittel wie beispielsweise Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen hat gezeigt, dass das Risiko für bestimmte Krebsarten reduziert werden kann. Diese pflanzliche Ernährung, ist reich an sekundären Pflanzenstoffen (z.B. Flavonoide, Polyphenole), welche entzündungshemmend und antioxidativ wirken und zeitgleich einen positiven Effekt auf das Immunsystem haben.
Eine Ketogene Ernährung ist eine stark kohlenhydratarme, aber zeitgleich fettreiche Ernährungsform, die als ein Fastenähnliches Ernährungsprogramm gesehen werden kann. Der Körper wird durch diese Ernährungsweise in einen Zustand namens “Ketose” versetzt, bei dem er anstelle von Kohlenhydrate Fett als Hauptenergiequelle nutzt. Die Theorie dahinter ist, dass Krebszellen die Glukose als ihre Hauptenergiequelle verwenden, durch eine Ketogene Ernährungsweise ausgehungert werden könnten.127
Die Rolle von Fasten bei Krebserkrankungen ist Gegenstand zunehmender Forschung, wobei einige vielversprechende Ergebnisse vorliegen. Fasten fördert die Autophagie, ein zellulärer Reinigungsprozess, der beschädigte Zellen und Bestandteile abbaut. Es wird vermutet, dass dies eine Rolle bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen spielen kann, indem es entartete Zellen eliminiert. Einige Tiermodellstudien zeigen, dass Fasten entzündliche Prozesse im Körper reduzieren kann, was den Nutzen vom Fasten bei der Prävention und einer laufenden Krebsbehandlung unterstützen kann. Eine mögliche Empfehlung hinsichtlich des Fastens kann es sein pro Tag nur eine Mahlzeit zu sich zu nehmen, jede Woche für 2 Tage zu fasten oder pro Monat 3 Tage am Stück zu fasten. Je mehr gefastet wird, desto besser, allerdings sollte das Körpergewicht gut ausbalanciert bleiben!122,123,124,125
Genauere Infos zu Ernährung finden sie HIER
Take-Home-Message Ernährung:
- Jede Ernährungsweise sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder noch besser mit einem Ernährungsmediziner erfolgen, insbesondere bei einer schwerwiegenden Erkrankung wie Krebs
- Grundsätzlich sollte auf eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten sowie der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum und rote Fleisch geachtet werden, was das Risiko an Krebs zu erkranken senken kann.
- Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mind. 2.5L pro Tag) sollte geachtet werden
- Vermeidung von Omega-6-Fetten (z.B. Sonnenblumenöl, Margarine, Fleisch & Wurstwaren)